Wingenfelder am 28. Februar im Alten Schlachthof

7. Januar 2016 | Von | Kategorie: Konzerte, Veranstaltungen

Das ist „Retro“ RETRO : (Rückwärts)wingenfelder
Eigenschaften vergangener Zeiten einer bestimmten Sphäre in die aktuelle Zeit der gleichen oder ähnlichen Sphäre zu transferieren. Dies klingt zunächst recht kompliziert…(Google / 2015)
BEI WINGENFELDER ABER NICHT!

„Retro“ heißt das dritte Studio Album von Wingenfelder, der Band um die beiden Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder. Produziert wurde es im Gizmo 7 Studio in Spanien von Ralf C Mayer (Mark Forster, Cro, Clueso, Fanta 4…) und Paul Grau (Fury in the Slaughterhouse, Brings, Rausch…).

Nach dem letzten Album „Selbstauslöser“ wollten die beiden einen Schritt zurück, aber auch zwei nach vorne gehen. Zurück zu den persönlichen Themen ihres Debüts „Besser zu zweit“ und zwei Schritte nach vorn auf dem Weg zu ihrem deutschen Pop-Album.

Die Gitarren sind noch da und das auch durchaus unerwartet und brachial, wie bei dem Opener „Hey Cowboy“. Aber es gibt auf diesem Album auch Dinge zu entdecken, die anders sind als das, was man erwartet hätte.

So wandeln die Brüder zwischen Rock-Riffs („Früher war alles besser“) und Trip-Hop-Beats („Mein Hafen“) durch ihr 50 Minuten dauerndes Album. Wingenfelder schreiben über unsere gelangweilte, alles akzeptierende Wegwerfgesellschaft, singen kleine Lieder für die große Liebe und sind auf ihrem dritten deutschsprachigen Album dem Ziel, ihre eigene Nische zu finden, wieder einen Schritt näher gekommen.

Mit dem Duett „Springen in die Nacht“ steuert der Wingenfelder-Gitarrist und Singer/Songwriter Norman Keil seinen ganz persönlichen Song zum Album bei. Der 9. November 1989 durch die Augen eines 10-Jährigen aus Erfurt. Und so bewegen sich die beiden Brüder auf „Retro“ musikalisch irgendwo zwischen heute und gestern mit Vorfreude auf morgen. Und das ohne aufgesetzt oder verstaubt zu klingen.

Wingenfelder wollen die Musik nicht neu erfinden, aber sich mit jedem Album ein Stück weiterentwickeln und ausprobieren, ohne aus den Augen zu verlieren, wo sie herkommen und was sie ausmacht. Das ist nicht immer ohne Risiko, macht es aber auch spannend, ihnen auf ihrer musikalischen Reise zu folgen. In der heutigen Zeit der Single-Tracks haben die ehemaligen Köpfe von Fury in the Slaughterhouse ein „Album“ aufgenommen, das man durchhören kann und auch sollte!

Nicht umsonst haben sie es „Retro“ genannt, denn so Kai und Thorsten Wingenfelder: „Nicht alle neuen Entwicklungen sind immer positiv zu bewerten nur weil sie neu sind. Wir lieben Alben! Auch wenn heute anscheinend hauptsächlich einzelne Songs digital gekauft oder gestreamt werden, wollten wir das tun, was wir an Musik immer geliebt haben: ein geschlossenes Album aufnehmen.“

Das haben sie! 12 Songs, Geschichten aus dem eigenen Leben, authentisch geblieben und doch weitergegangen um zurückzuschauen und sich zu fragen, ob man nicht etwas verloren hat auf dem Weg. Das ist „Retro“

Schreibe einen Kommentar